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IGNORIERT

Bewertet das Spiel bzw. den Spielspaß


Bewertet das Spiel bzw. den Spielspaß  

98 Stimmen

  1. 1. Bewertet das Spiel bzw. den Spielspaß

    • 1 - sehr schlecht
      0
    • 2 - schlecht
    • 3 - geht so
    • 4 - unterdurchschnittlich
    • 5 - durchschnittlich
    • 6 - ganz gut
    • 7 - gut
    • 8 - sehr gut
    • 9 - überragend
    • 10 - absolut genial
Durchschnittsbewertung: 7.2


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Um es auf den Punkt zu bringen: AC Unity ließ die Assassins Creed Reihe auf den tiefsten Punkt eines Brunnens sinken und Sydicate hüpft nur ein Jahr später hinterher. Irgendwie hatte ich gehofft, dass aufgrund der teilweise positiven Reaktionen doch wieder etwas gerettet werden könnte, aber der Zug dürfte hier wohl echt abgefahren sein (hoffe nur, dass der Reboot mit Origins geklappt hat :clap:).

Fangen wir mal mit dem positiven an. Was macht Sydicate richtig: Um ehrlich zu sein.... Eigentlich sehr wenig. Es wirkt wie ein zusammengeflicktes Unity in einem neuen Setting, das einige Fehler behebt und dafür wieder einige neue macht. Aber wie auch schon bei Unity war das Setting halt wieder das einzige was den Totalausfall rettete. London sieht zwar nicht so schön aus wie Paris, aber ist auf seine Weise, in dieser Epoche, sehr interessant. Hauptbeschäftigung ist mal wieder das herumlaufen durch die Stadt und das Sightseeing. Von den engen Gassen von Jack the Rippers Whitechapel, über die Tower Bridge bis hin zum pompösen Westminster ist alles dabei. Das waren die Momente wo das Herz lachte.

 

Und dann kamen all die anderen Sachen wo ich nur noch weinte. Vom Kampfsystem, über die Fortbewegung bis hin zur nichtssagenden und teilweise lächerlichen Story ist ebenso alles dabei.

Fangen wir mal mit dem Kampfsystem an. Unity, das ein so unnahbares Kampfsystem hatte, dass man in der Regel nur noch mit Rauchbomben oder dem Blitzschwert irgendwas bewirken konnte, wird beerbt von einem Kampfsystem, das so unfassbar simpel ist, dass es ausreicht wenn man einfach nur möglichst oft die Viereck-Taste drückt. Spätestens wenn man mal ein paar Level aufgestiegen und bessere Waffen gekauft hat, haben die Gegner überhaupt keine Chance mehr. Ich erinnere mich noch, wie ich bei Unity viele Gebiete gar nicht betreten konnte, weil die Gegner so unfassbar schwer waren. Bei Syndicate hatte ich bereits nach der 3 Sequenz ganz London erobert. Sowohl die Bezirksbosse, als auch der Endgegner waren ein Witz. Bei jedem einzelnen der Bezirksbosse funktionierte die Taktik Kreis Viereck Viereck Viereck Viereck ohne, dass derjenige auch nur einmal seine Spezialfähigkeit einsetze. Ich kann mich nicht mal erinnern, dass mich einer von denen (außer der erste) jemals getroffen hätte. Der Endgegner wiederum ist noch einfacher, da braucht man überhaupt nur mehr Viereck drücken. Sicherlich kann man dem auch etwas positives abgewinnen. Die Kämpfe sind weniger starr als noch in Unity, es gibt keine Musketensalven mehr im Maschinengewehrtakt und die Multikills haben durchaus unterhaltsame Zwischensequenzen. 

 

Wo hingegen deutlich verschlimmbessert wurde, ist bei der Fortbewegung. Das Klettersystem war bei AC schon immer eine kleine Katastrophe, aber es war zumindest flüssig. Hier habe ich den Eindruck, als ob alles verlangsamt und schwerfällig gemacht wurde. Ein flüssiges Klettern von Dach zu Dach ist kaum mehr möglich. Da hätte der Greifhaken Abhilfe schaffen sollen. Leider ist der aber genauso eine lahme Schnecke und weigert sich unentwegt dort festzumachen, wo ich eigentlich hin möchte. Verbrachte man in früheren Teilen noch ein, zwei Minuten damit den Weg auf ein gewaltiges Bauwerk zu finden, kürzt man hier mit einem Schuss ab und verpasst damit einen, für mich doch essentiellen Bestandteil eines jeden AC Spiels. Den Vogel schlussendlich abgeschossen hat aber das Schleichsystem. Mit dem stand ich unentwegt auf Kriegsfuß. Das automatische in Deckung gehen basierte wohl auf purem Zufall. Noch dazu werden ja die meisten Schleichmissionen (und auch andere Missionen) mit dem Prügelproleten Jacob gemacht, wodurch man nicht mal in den Geschmack der verbesserten Fähigkeiten. Evie, die viel interessanter ist und auch weitaus bessere Missionen hat, wird streckenweise komplett vernachlässigt. Außer dass man ihr eine komplett unglaubwürdige Liebesgeschichte andichtet, um damit sowas wie eine Dreiecksbeziehung zu erzeugen und sie manchmal die Fehler ihres Bruders ausbügeln muss, weil sie das Hirn vom Papa geerbt hat und er nur die Ho*en, ist nicht viel mit ihr los. In Summe war für mich das Zwei-Charaktere-System ein Griff ins Klo. Da man sowieso jedes Problem mit ein paar Viereck-Punches lösen konnte, hatte ich nie das Bedürfnis den Charakter zu wechseln. Ich spielte immer mit dem weiter, den ich nach der letzten Mission bekam. 

 

Gleich mal vorweg und als gute Überleitung zur Story, möchte ich mal ein kurzes Beispiel nennen wie absolut "überzeugend" die Geschichte wirklich ist. Achtung hier könnten Spoiler vorkommen. Ganz zum Schluss wird, wie es nun mal so üblich ist, der Bösewicht mit der gemeinsamen Kraft der Helden bezwungen. Dabei wurde Henry, der vermeintliche Lover, von Evie, den sie ja innerlich angeblich so leidenschaftlich liebt, schwer verletzt. Als der Bösewicht tot am Boden lag und der Lover halbbewusstlos (möglicherweise sogar in seinen letzten Zügen) darauf wartete, dass ihn seine Liebste noch einmal in den Arm nimmt, beginnt diese Bitch tatsächlich mit ihrem unverletzten und quietschvergnügten Bruder zu diskutieren, wie es jetzt mit ihnen beiden weiter gehen soll, anstatt auch nur einmal einen Blick zu ihrem Lover zu werfen. Beide scherzen, beide lachen. Plötzlich hört man ein leises Stöhnen und Poor Henry hebt seinen Arm, wie wenn er sagen wollte: "Hey Jungs und Mädels! Ich bin auch noch da." Da flammte die Liebe plötzlich wieder auf und er bekam seinen wohlverdienten Schmatzer. Ähhhhhhh...... Ja..... :skep:  

Spoiler

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Die Frage, die @Grinhorn sich bereits stellte, wie die Erinnerung beider Geschwister in ein und derselben DNA gespeichert sein können, obwohl das nur bei direkten Nachfahren möglich ist, stellte sich mir dann plötzlich auch... aber... lassen wir das Thema lieber  (Ach diese Kinder 9_9!)

Auch das Thema Assassinen Templer dürfte schon mehr als ausgelutscht sein. Letztendlich sind beide nur noch Schlägerbanden, die sich um die letzten Pfründe in einer Stadt prügeln. Die beiden Geheimbünde die in den Schatten operieren, beide dasselbe Ziel, aber verschiedene Wege dorthin haben und sich deswegen leidenschaftlich hassen sind schon lange dahin. Starrick zB gefiel mir als Bösewicht eigentlich ziemlich gut, nur eben nicht als Templer. Hätte man ihm die Rolle eines Räuberhauptmanns/Bandenchefs gegeben, der London fest in seinen Händen hält und die Straßen vor Ort mit eiserner Faust regiert, hätte er ziemlich interessant sein können.  

Die Templer übrigens, sind wieder nur mehr die Bösen und tun halt alles was Böse nun mal so in ihrer Freizeit tun. Kinder ausbeuten, Menschen anzünden, für die Deutschen spionieren, usw. Vermutlich wäre das Spiel mit der Story besser geworden, hätte man nicht Assassins Creed vorne drangefügt und auf die Zukunftsstory(fetzen) verzichtet. Ein Spiel, à la Gangs of New York (nur halt in London) wäre eigentlich der perfekte Ausgangspunkt gewesen und hätte vielleicht sogar dem ganzen etwas Glaubwürdigkeit gegeben, wenn beide Banden nicht einfach nur, wie hier, in schwarz und weiß gezeichnet worden wären.

 

Syndicate ist etwas besser als Unity, aber in meinen Augen ebenso ein AAA-Schrott.

Daher gibts eine etwas bessere 4. Aber für diese Reihe und das Genre war das einfach unterdurchschnittlich

 

Und jetzt alle gemeinsam noch eine Runde Mitleid für Henry... "Junge, das hast du nicht verdient!" :(    

 

Nun zu Jack the Ripper: Ja was soll ich hier sagen. Eigentlich ist das DLC wie das Hauptspiel. Man spielt wieder zwei Charaktere nur hier kann man nicht frei wählen. Beide Charaktere sind wie im Hauptspiel ausgelegt. Einer auf schleichen einer auf prügeln und wieder mal gefällt mir der Schleichcharakter Evie viel besser als der Prügler (zu dem etwas weiter unten). Was das DLC gut gemacht hat, war das Augenmerk einerseits auf die Angstmaschinerie rund um die Morde zu legen und andererseits auf die Spurensuchen selbst. Jedoch scheitert das DLC beim letzteren wieder mal an der Story. Die Lösung des Falls (der nie aufgeklärt wurde und wo noch heute unzählige Leute drüber grübeln) wird einem bereits nach der zweiten Mission serviert. Die Motive, die zum Schluss noch dazu kommen, sind reines Beiwerk und völlig irrelevant. Da ich mich selbst mal in diesen Fall reinfuchste, weil ich in der Schule eine Arbeit darüber schrieb, konnte ich im Verlauf der Handlung einfach nur mehr den Kopf schütteln. Die Story hat eigentlich nichts mit der wahren Mordserie zu tun und missbraucht nur noch die Namen der Ermordeten (die ja hier gar nicht wirklich ermordet wurden, sondern sich laut Datenbankeintrag "in Wahrheit" totsoffen, Selbstmord begingen oder sonst irgendwie frühzeitiger aus dem Leben schieden).

Spoiler

Stattdessen waren das alles Assassininnen, die von einem anderen Assassinen aus Rache ermordet wurden, weil seine Mutter ermordet wurde. ???

Normalerweise bin ich keiner der da besonders sensibel ist, aber bei einer Reihe, die uns immer wieder ganz groß am Anfang mitteilt, dass hier alle Glaubensrichtungen und Kulturen am Werke waren und uns suggeriert, dass man behutsam Themen angeht, die andere möglicherweise in ihrer Kultur oder Religion verletzen könnten, hätte ich einen etwas pietätvolleren Umgang mit der Thematik erwartet. @Klossmajor hat so etwas ähnliches in seinem Kommentar zum Spiel erwähnt. Da ich keinen dieser historischen Leute persönlich kannte und nicht weiß, wie sie wirklich waren, die bisher so bei AC aufgetreten sind, konnte ich das jedesmal noch relativ gut verdauen (wobei es hier aber auch einige grenzwertige Fälle gab). Aber jemanden abzusprechen, dass sie wirklich ermordet und danach brutal verstümmelt wurde (von Annie Chapman gibts genug Fotos vor und auch eines nach dem Mord und sie wurde zu 100% identifiziert) und zu behaupten, dass sie sich selbst umbrachte, sprengt diese Grenze und ist wirklich nur noch bodenlos und ehrenrührig. 

Gleiches gilt für Jack the Ripper selbst, der übrigens, was man auch ohne zu spoilern sagen kann, der zweite Charakter ist, den man spielt. Jack the Ripper, ein feiger Mörder, der seine Opfer hinterrücks umbrachte und erst anschließend verstümmelte, wird hier zu einer Art Freddy Krueger Figur gemacht, die eine Bande anführt, sich wild durch die Massen metzelt und sogar über eine Brüllattacke verfügt, bei der den Feinden der Atem gefriert. Jetzt mal ehrlich. Wo bin ich hier eigentlich? Ich hatte nichts dagegen, dass man den Rippermorden eine weitere Märchengeschichte à la From Hell hinzudichtet und sie mit der Geschichte der Assassinen verknüpft. Aber Jack the Ripper spielen und sich dann wild, auf Hollywood Manier, durch einige Locations metzeln überspannt meines Erachtens den Bogen des guten Geschmacks. Was kommt als nächstes? Ein Ted Bundy DLC, wo man dann als Ted Bundy junge Frauen anlachen muss, um sie anschließend mit einem Combo-Takedown zu erledigen...? Ubisoft du machst mir Angst...               

Bearbeitet von MvHoeller
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